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14.09.-13.10.2018
curated by_Viennaline // Wie banal ist das Böse?

Kuratorin: Katarzyna Uszynska
Mit Werken von: Tania Bruguera, Maria Bussmann, Alfred Hrdlicka, Alena Kotzmannova, Sigalit Landau, Mikolaj Malek

In ihrem berühmten Buch -Über die Banalität des Bösen- analysiert Hannah Arendt das Böse nicht mehr nur als Teil einer Ideologie, Weltanschauung oder eines Systems, sondern als alltägliches Phänomen, das in jedem Mitmenschen, in einem selbst - als mangelnde Bereitschaft, die Verantwortung für sein eigenes Handeln zu übernehmen, wirksam werden kann. In ihren sensiblen Zeichnungen, die als Gedankenbilder und Assoziationen zu den Texten von Hannah Arendt zu lesen sind, schafft Maria Bussmann offene Kommentare auf die philosophischen Schriften der Autorin. Auch Mikolaj Maleks Gouachen wurden von Arendts Schriften inspiriert. Indem er ihre Texte seinen Gouachen einverleibt, entzieht er sie ihrem ursprünglichen Kontext und unterstreicht die Kontinuität des Bösen, -der finsteren Zeiten- und die Unvermeidlichkeit der Wiederkehr der Geschichte.
Alfred Hrdlickas Werk kann als fortwährendes Plädoyer gegen eine Welt bürgerlicher Kälte und bürokratischer Menschenverachtung, als eine fortwährende Anklage einer Gesellschaft, die das Mitgefühl als das Überflüssige und Menschlichkeit als Ineffizienz denunziert. In der Ausstellung wird seine Skulptur -Der Schreibtischtäter-, die Eichmanns Welt als Ausgeburt bürgerlicher Kälte entlarvt, die anstelle von Menschlichkeit und Mitgefühl ideologische Härte und organisatorische Effizienz stellt. Seine Radierungen zur Topographie des Terrors ergänzen Hrdlickas flammendes Plädoyer gegen Faschismus, Krieg und Gewalt, falsches Heldentum, Konformität und Opportunismus.
Die kubanische Künstlerin Tania Bruguera sah in ihrer Kunst von Anfang an ein Medium politischer Kritik und Veränderung. So liest sie Zuhause in einem Lehnstuhl sitzend laut aus Hanna Arendt Buch -Die Wurzeln des Totalitarismus- in ein Mikrophon. Der Text wird von Geräuschen einer Bar und Konstruktions- bzw. -Dekonstruktionslärm- von der Straße her überlagert. Ihr Vortrag wird so zum Symbol des Kampfes um die Freiheit des Denkens und Wortes und die damit verbundene Reaktion totalitärer Systeme. Der Performance ging ihre Arbeit -Tatlins Flüstern No. 6-, auf Havannas Platz der Revolution voraus, in der sie Menschen einlud über ein Mikrophon ihre politische Meinung zu äußern und ihr Recht auf Kritik einzufordern, eine Aktion, die mit ihrer Verhaftung und nachfolgendem Hausarrest endete.
Die tschechische Fotografin Alena Kotzmannova spürt der scheinbaren Normalität des Bösen nach, indem sie Bilder des vormaligen Büros des Leiter des Reichssicherheitshauptamts und Stellvertretender Reichsprotektor in Böhmen und Mähren Reinhard Heydrichs im Prager Rudolfinum präsentiert, der für grauenhafte Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit und des Holocausts verantwortlich war. Jedoch als begeisterter Verehrer klassischer Musik und nahm sein Büro im Rudolfinum, um jederzeit Proben und Aufführungen des Orchesters besuchen zu können. (Katarzyna Uszynska)



Maria Bussmann Nadelkissen Zunge / Zeichnung zu Hannah Arendt
Maria Bussmann
Nadelkissen Zunge / Zeichnung zu Hannah Arendt
 Tatlins Flüstern Nr. 6
Tania Bruguera:
Tatlins Flüstern Nr. 6
 Salted Lake
Sigalit Landau:
Salted Lake
Maria Bussmann Lucy's Toys XIX
Maria Bussmann
Lucy's Toys XIX
Maria Bussmann Herz / Zeichnung zu Hannah Arendt
Maria Bussmann
Herz / Zeichnung zu Hannah Arendt
Maria Bussmann Knöpfe / Zeichnung zu Hannah Arendt
Maria Bussmann
Knöpfe / Zeichnung zu Hannah Arendt
Maria Bussmann Nadel / Zeichnung zu Hannah Arendt
Maria Bussmann
Nadel / Zeichnung zu Hannah Arendt
Maria Bussmann Nadeleinfädler / Zeichnung zu Hannah Arendt
Maria Bussmann
Nadeleinfädler / Zeichnung zu Hannah Arendt
Maria Bussmann Nähkästchen / Zeichnung zu Hannah Arendt
Maria Bussmann
Nähkästchen / Zeichnung zu Hannah Arendt
Maria Bussmann Zwirn / Zeichnung zu Hannah Arendt
Maria Bussmann
Zwirn / Zeichnung zu Hannah Arendt
Maria Bussmann Lucy's Toys I
Maria Bussmann
Lucy's Toys I
Maria Bussmann Lucy's Toys II
Maria Bussmann
Lucy's Toys II
Maria Bussmann Lucy's Toys III
Maria Bussmann
Lucy's Toys III
Maria Bussmann Lucy's Toys IV
Maria Bussmann
Lucy's Toys IV
Maria Bussmann Lucy's Toys VI
Maria Bussmann
Lucy's Toys VI
Maria Bussmann Lucy's Toys IX
Maria Bussmann
Lucy's Toys IX
Maria Bussmann Lucy's Toys X
Maria Bussmann
Lucy's Toys X
Maria Bussmann Lucy's Toys XI
Maria Bussmann
Lucy's Toys XI
Maria Bussmann Lucy's Toys XII
Maria Bussmann
Lucy's Toys XII
Maria Bussmann Lucy's Toys XIII
Maria Bussmann
Lucy's Toys XIII
Maria Bussmann Lucy's Toys XV
Maria Bussmann
Lucy's Toys XV
Maria Bussmann Lucy's Toys XVI
Maria Bussmann
Lucy's Toys XVI
Maria Bussmann Lucy's Toys XVIII
Maria Bussmann
Lucy's Toys XVIII
Maria Bussmann Lucy's Toys XX
Maria Bussmann
Lucy's Toys XX
Maria Bussmann Lucy's Toys XXIV
Maria Bussmann
Lucy's Toys XXIV
 White is the Color of Innocence I
Alena Kotzmannova:
White is the Color of Innocence I
 White is the Color of Innocence II
Alena Kotzmannova:
White is the Color of Innocence II
 White is the Color of Innocence III
Alena Kotzmannova:
White is the Color of Innocence III
 White is the Color of Innocence IV
Alena Kotzmannova:
White is the Color of Innocence IV
 White is the Color of Innocence V
Alena Kotzmannova:
White is the Color of Innocence V
 „Es geht um die Frage, wieviel Wirklichkeit auch in einer unmenschlich gewordenen Welt festgehalten werden muss, um Menschlichkeit nicht zu einer Phrase oder Phantom werden zu lassen.“
Mikolaj Malek:
„Es geht um die Frage, wieviel Wirklichkeit auch in einer unmenschlich gewordenen Welt festgehalten werden muss, um Menschlichkeit nicht zu einer Phrase oder Phantom werden zu lassen.“
 „In der Geschichte sind die Zeiten, in denen der Raum des Öffentlichen sich verdunkelt und er Bestand der Welt so fragwürdig wird (…)“
Mikolaj Malek:
„In der Geschichte sind die Zeiten, in denen der Raum des Öffentlichen sich verdunkelt und er Bestand der Welt so fragwürdig wird (…)“
 „(…) als wäre die Welt nur eine Fassade, hinter der sich Menschen verbergen - , um sich dann mit Menschen ungeachtet der Welt, die zwischen ihnen liegt, zu verständigen.“
Mikolaj Malek:
„(…) als wäre die Welt nur eine Fassade, hinter der sich Menschen verbergen - , um sich dann mit Menschen ungeachtet der Welt, die zwischen ihnen liegt, zu verständigen.“
 „Aber auch nicht tragische Handlungsabläufe werden zum echten Geschehen erst, wenn sie in einer rückwärts gewendeten, erkennenden Erinnerung nochmals in der Form des Erleidens erfahren werden.“
Mikolaj Malek:
„Aber auch nicht tragische Handlungsabläufe werden zum echten Geschehen erst, wenn sie in einer rückwärts gewendeten, erkennenden Erinnerung nochmals in der Form des Erleidens erfahren werden.“
 Vielmehr regt es, solange der Sind’s Geschehens lebendig bleibt - und dies kann durch sehr lange Zeiträume der Fall sein - zu immer wiederholendem Erzählen an. Die Dichter in einem sehr allgemeinen, die
Mikolaj Malek:
Vielmehr regt es, solange der Sind’s Geschehens lebendig bleibt - und dies kann durch sehr lange Zeiträume der Fall sein - zu immer wiederholendem Erzählen an. Die Dichter in einem sehr allgemeinen, die



 
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